Torpedo Eisen – Torpedo Wiesenriesen (3:4 n. V.)

Endlich hatte TE mal wieder das Halbfinale im Pokalwettbewerb erreicht und das, nachdem man einige renommierte Gegner ausgeschaltet hatte. Der Gegner heute war kein geringerer als Namensvetter Torpedo Wiesenriesen, gegen die man noch schlechte Erinnerungen hatte, als man vor 3 Jahren nach 0:2 Rückstand und 2:2 Ausgleich noch kurz vor Schluss das 2:3 hinnehmen musste. Noch keiner der Protagonisten vom heutigen Tage konnte zu dem Zeitpunkt ahnen, dass sich die bittere Geschichte ähnlich wiederholen würde. Aber der Reihe nach: TE konnte bis auf Sini und Lutz aus den Vollen schöpfen.

Zum Spielgeschehen: In den ersten Minuten spielte TE beherzt nach vorne und hatte gleich zwei gute Chancen durch den agilen Karl, der jedoch zweimal am Keeper der Wiesenriesen scheiterte. Nach 15 Minuten war plötzlich ein Bruch im Spiel von TE. Die Wiesenriesen zogen im Mittelfeld ihr Spiel auf und waren vor allem über die rechte Seite kommend brandgefährlich. Einige Male musste der aufmerksame Keeper Markus klären um größeren Schaden zu bewahren, doch in der 34. Minute war auch er chancenlos. Nach einer angetäuschten Schwalbe am Strafraumeck eines Wiesenriesen vergaß die Torpedo-Abwehr kurzzeitig das Weiterspielen und ein gedankenschneller Stürmer der Wiesenriesen jagte den freien Ball aus 15m unhaltbar ins Tor. Die Führung kam nicht überraschend, sie lag förmlich in der Luft, dennoch ein vermeidbarer Treffer. Mit dem nicht unverdienten 0:1 Rückstand ging es in die Pause.

Nach der Pause wollte TE nun sein wahres Gesicht zeigen. Und die ersten Minuten gingen auch gut los. Plötzlich war mehr Wille und Einsatzbereitschaft von TE zu sehen. Daraus resultierten zwangsläufig Torchancen. Die beste hatte Karl in der 52. Minute als sein Kopfball nach schöner Flanke von Chris aus 8m an die Latte knallte. Nun begann TE`s beste Phase des Spiels. Der Ball lief flüssiger in den Reihen und wie schon in der Vorwoche im Spiel gegen Lok Libuda brauchte es eine Zeit bis TE seine technische Überlegenheit ausspielen konnte. Allein es fehlte die letzte 100%ige Torchance. Einige Fernschüsse von Philip und David konnten den bis dato sehr souveränen Aushilfskeeper der Wiesenriesen vor keine größeren Probleme stellen. Im Gegenzug versuchte Torpedo Wiesenriesen ihr Heil über Konter, die aber überwiegend von dem souveränen Libero Stefan, den Manndeckern Sebi, Kai oder Philip zu nichte gemacht werden konnten. Nicht so aber in der 65. Minute als nach einer schönen Kombination am Strafraumeck ein Wiesenriese völlig frei gespielt wurde und der aus 12m den Ball unter die Latte schoss, wobei der Schuss nicht ganz unhaltbar wirkte. Der Stoß traf genau in die Magengrube und in die Angriffsversuche von TE. Nach dem 0:2 wirkte TE minutenlang wie gelähmt und schien sich seinem Schicksal ergeben zu wollen. Doch aufgeben war strikt verboten. Nach einem langen Pass von Philip legte Karl per Kopf überlegt auf Charif ab, der allein aufs Tor zu lief, aber statt selbst zu schießen auf den mitgelaufenen Björn passte, der aber wiederum an Wiesenriesen`s Katze scheiterte. Das ersehnte Anschlusstor wollte nicht fallen.

Es wird wohl das Geheimnis des Keepers von Wiesenriesen bleiben, wieso er in einem Moment, als TE schon gar nicht mehr an sich glaubte, mit einem Abstoß den Ball genau vor die Füße von Tim legte und dieser eiskalt zum 1:2 vollstreckte. Ah, endlich hatte auch das Schicksal wieder ein Einsehen mit TE. Nach diesem Geschenk glaubte TE wieder an sich und schaltete noch mal zwei Gänge höher. 5 Minuten nach dem Anschlusstreffer schlug Charif eine weite Flanke auf Karl, der den Ball aber nicht kontrollieren konnte, jedoch dieser über Umwegen wieder zu Tim gelangte und der jüngste Spieler von TE bewies Nerven aus Drahtseilen und schob den Ball wieder unhaltbar am Keeper vorbei ins lange Eck. Wahnsinn!

TE, oder besser: Tim hatte das Spiel gedreht! Nun schien TE moralisch und spielerisch im Vorteil. Leider sollte dies sich jedoch in der regulären Spielzeit nicht in weitere Tore ummünzen lassen.

Die Verlängerung begann mit einer fast schön üblichen Nachlässigkeit von TE. Nur einem Reflex von Patrick war es zu verdanken, dass TE nicht gleich nach 5 Minuten der Verlängerung wieder in Rückstand geriet. Dieser kam dann doch und zwar wieder in Form einer Standardsituation. Nach einem langen Einwurf und Gewusel im eigenen Strafraum schaltete ein Wiesenriese schneller als drei Torpedos und jagte den Ball zum 2:3 in die Maschen. Wieder Rückstand, wieder anrennen, wieder nicht aufgeben! Eine Minute später hätten die Wiesenriesen auf einen 2-Tore Vorsprung erhöhen können, doch ein Stürmer der Wiesenriesen vergab aus 8m frei vor dem Tor. Dies war das Signal, dass noch was drin war. 2 Minuten später marschierte Charif die Linie entlang, weiter Pass auf Tommi, der den Ball über den Keeper der Wiesenriesen ins Tor köpfte – TOR! Und wieder einen Rückstand egalisiert!

Das Spiel, das immer fair war, hatte jetzt wirklich Pokalcharakter und entwickelte sich zu einem echten Krimi. In der 2. Halbzeit der Verlängerung hatten sich schon eigentlich alle auf ein Elfmeterschiessen eingestellt, als das Schicksal sich dann endgültig gegen TE an diesem Tage entschied. Nach einem hohen Ball in den Strafraum stolperte ein Torpedo gegen den Rücken eines Stürmers der Wiesenriesen und riss diesen zu Boden. Dem sehr umsichtig pfeiffenden Schiri D. Winzen blieb keine andere Wahl: Elfmeter. Obwohl Keeper Markus noch dran war, konnte er den erneuten Rückstand und den endgültigen K.O. nicht verhindern. Doch auch in den letzten 4 Minuten zeigte TE viel Moral und probierte es nochmal mit der Brechstange und was wäre gewesen, wenn Tim 1 Minute vor Schluss mit seinem Seitfallzieher aus 10m nochmal getroffen hätte…….. Nicht auszudenken!

So aber gab es kein Happy End für TE, was aufgrund der großen Moral und Leidenschaft verdient gewesen wäre. Aus und vorbei! Wieder einmal scheitert TE letztendlich an sich selber, wenn es wirklich um die Wurst geht. Man mag die verlorenen Halbfinale und Endspiele aus TE Sicht schon gar nicht mehr zählen, aber es soll wohl nicht sein. Der Mannschaft ist kein Vorwurf zu machen, sie hat aufopferungsvoll gekämpft bis zum Schluss. Was bleibt, ist (wieder einmal) die Erkenntnis, dass es für den ganz großen Wurf nicht gereicht hat.