Torpedo Eisen – FK Trimmdich (4:5 n. V.)

Im Viertelfinale traf TE bei schwül-warmen Temperaturen auf der Jahnwiese am Super-Viertelfinaltag (alle BuLi Viertelfinale fanden am gleichen Tag statt) auf den Sieger der Gruppe A: FK Trimmdich. Auf den selben Gegner hatte man bereits in der 1. Pokalrunde getroffen; damals behielt TE mit einem 1:0-Sieg die Oberhand. TE musste auf Gregor, Sini, Lutz und USA-Rückkehrer Yannick verzichten.

Das Spiel begann verhalten. Man merkte den Trimmdichern an, dass die Pokalniederlage Spuren hinterlassen hatte; zumindest spielten sie in der Anfangsphase nicht so spielstark nach vorne wie gewohnt. TE hatte die Anfangsphase ganz gut im Griff und konnte einige Male gefällig (vor allem über Charif) nach vorne spielen. Große Torchancen sprangen allerdings nicht dabei raus. So ab Mitte der 1. Halbzeit übernahmen die Trimmdicher optisch das Spielgeschehen. Allerdings konnten auch sie sich keine großen Torchancen herausspielen. Die Abwehr um Libero Stefan stand sehr sicher und meist waren die Manndecker Kai und Marc Zweikampfsieger gegen ihre wuseligen Gegenspieler. Die beste TE-Chance im ersten Durchgang hatte Chris nach einer unübersichtlichen Situation 10m vor dem Tor, doch Trimmdichs Keeper konnte den unplatzierten Schuss von Chris abwehren. Die Trimmdicher hatten ihre beste Chance kurz vor Ende der unverständlicher Weise sehr lang andauernden 1. Halbzeit, als sich einer ihrer Stürmer ausnahmsweise gegen Marc im Strafraum durchsetzen konnte, doch an Keeper Markus scheiterte. So ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Halbzeit. Leider hatte sich Charif kurz vor der Halbzeit verletzt und konnte nicht mehr weiter spielen.

Eine Schwächung für das Spiel von TE.

In der 2. Halbzeit zeichnete sich dann das erwartete Kräfteverhältnis auf dem Spielfeld ab: Trimmdich bemüht um einen konstruktiven Spielaufbau, TE dagegen aus einer sicheren Abwehr auf Konter lauernd. Glück hatte TE in der 50. Min. bei der ersten großen Torchance des Spiels, als ein Trimmdicher 8m völlig frei vor dem Tor zum Torschuss kam, jedoch das Spielgerät weit über das Tor donnerte. TE zwar nicht mit vielen Konterchancen, dennoch aber nicht ungefährlich, wenn der Ball konsequent in die Spitze gespielt wurde. Und wenn die Konter nicht zwangsläufig zu Toren führen, so ergeben sich daraus zumindest Standards. So in der 60. Minute: scharf geschnittener Eckball von Philip auf den Kopf von Björn, dessen Kopfball konnte Trimmdichs Ausnahmekeeper zwar noch reflexartig halten, gegen das entschlossene Nachsetzen von Tommi, der den Ball aus 4m in die Maschen hämmerte, war er allerdings machtlos: 1:0 für TE! Doch die Antwort der Trimmdicher kam gnadenlos schnell. Keine 5 Minuten nach der Führung konnte sich ein Stürmer auf Höhe der Grundlinie im Straufraum von TE durchsetzen, sein Schuss wäre eigentlich leichte Beute für den ansonst tadellosen Keeper Markus, aber irgendwie prallte der Ball zurück von der Brust genau vor die Füße des zweiten Stürmers, der humorlos abstaubte. Unentschieden, alles war wieder offen. Das Spiel begann aufgrund der zunehmenden Intensität nickeliger zu werden. Unschöner Höhepunkt in der 70. Min. als nach groben Foulspiel eines Trimmdicher an Thomas, dieser wenig später verletzt vom Platz musste. Doch TE biss trotz der Ausfälle auf die Zähne. Im defensiven Mittelefeld wuchs vor allem der jüngste Torpedo Tim über sich hinaus und legte ein immenses Laufpensum hin. Immer wieder stopfte er zusammen mit dem stark aufspielenden Boris, den unermüdlichen Björn, Chris, Sega und dem trotz Trainingsrückstand leidenschaftlich kämpfenden Sebi die Löcher im Mittelfeld, die, je länger das Spiel lief umso größer wurden. In der 72. Minute dann mal wieder Befreiung durch eine Einzelaktion von David. Allerdings wurde er im Starfraum regelkonform gestoppt, jedoch berühte der Ball die Hand des Verteidigers. Schiri Capelli entschied sofort auf Freistoß, was ein wenig verwunderte, denn falls Hand, dann im Strafraum, sprich: Elfmeter. So aber Freistoß 17m vor dem Tor, halblinke Position. Philip legte sich den Ball zu recht und zog den ihn Richtung langes Eck. Der Ball lief vorbei an Freund und Feind, wurde noch leicht von einem Trimmdicher Abwehrbein abgefälscht, bis er in seinen vorbestimmten Platz einschlug: 2:1 – TE auf dem Weg ins Halbfinale!

Trimmdich antwortete mit wütenden Angriffen. Doch die TE stand hinten bislang sehr sicher. Zwar zirkulierte der Ball in den Reihen der Trimmdicher bis zum Starfraum recht gefällig und es ergaben sich auch einige Möglichkeiten, doch eine richtige 100%-ige Torchance ließ TE`s Abwehr zunächst nicht zu. Das Spiel bog jetzt in die entscheidene Phase. TE wartete auf den entscheidenen Konter. Pech hatte Tim mit einem fulminanten Schuss aus 18m, den Trimmdichs Katze noch über die Latte lenkte. Dann die vielleicht entscheidende Szene des Spiels: in der 80. Minute konnte sich David gegen zwei Trimmdicher im Strafraum durchsetzen, sein Schuss konnte der Keeper von FK zwar noch abwehren, aber nur vor die Füße von Björn, der nunmehr die Möglichkeit besaß, das Spiel wahrscheinlich vorzeitig zu entscheiden, doch leider jagte er den Ball aus 6m frei vor dem Tor über die Latte! Das wäre der wichtige BigPoint für TE gewesen. So aber blieb Trimmdich im Rennen. Kurz vor Schluss erzielte dann einer der beiden Trimmdicher Stürmer den Ausgleich aus einem unübersichtlichen Getümmel mit einem unhaltbaren Sonntagsschuss in den rechten Winkel.

Mit dem Ausgleich ging es in die Verlängerung. Hier machte sich dann doch der Kräfteverschleiß der TE`s und der Ausfall von Charif und Thomas bemerkbar. Zwar kämpften alle Torpedos leidenschaftlich, aber die stärkere Physis des Gegners wurde immer offensichtlicher. So erzielten die Trimmdicher dann auch relativ schnell 2 Tore und schienen bereits auf dem Weg ins Halbfinale. Richtig spannend wurde es aber nochmal, als Trimmdich sogar noch ein drittes Tor erzielte. Diesem wurde allerdings wegen angeblicher Torwartbehinderung nicht die Annerkennung erteilt. Dies hatte Schiri Capelli sofort angezeigt. Im Gegenzug wollte TE schnell schalten, jedoch musste der Konter abgebrochen werden, da Schiri Capelli den Ball noch nicht freigegeben hatte. Stefan wiederholte daraufhin seinen Abschlag, der wieder seinen Weg zu Philip fand und von dort in die Spitze, wo ihn David aufnahm und ein kleines Tänzchen mit seinem Gegenspieler veranstaltete und den Ball aus kurzer Distanz einnetze. Nur noch ein Tor Rückstand. Nach dem Tor entluden sich dann die Emotionen bei den Trimmdichern. Sie hatten ihren dritten Treffer in der Verlängerung als regulär gesehen und darüber hinaus in dem schnell ausgeführten Freistoß eine unfaire Aktion von TE gesehen. Doch diese Aufregung war unberechtigt:

Es war ausreichend Gelegenheit wahr zu nehmen, dass der Treffer nicht zählte. Dies hatte Schiri Capelli sofort angezeigt. Der dann folgende Freistoß durch Stefan musste sogar nochmal wiederholt werden, und die gesamte Verteidigung der Trimmdicher spielte nach dem Abschlag gewohnt weiter. Der Tumult endete schließlich mit einer 10-Min. Strafe für einen Trimmdicher Spieler wegen Schiedsrichter-Beleidigung.

Zu Beginn der 2. Halbzeit der Verlängerung hatte TE folglich einen Spieler mehr auf dem Platz und glaubte noch an seine Chance. Die beste Torchance besaß David, doch sein Freistoß aus 18m flog knapp am rechten Pfosten des Tores vorbei. TE bewieß Moral und stemmte sich mit dem letzten Aufgebot gegen die drohende Niederlage. Vor allem David nahm es immer wieder mit der vielbeinigen Abwehr der Trimmdicher auf. Leider konnte er in zwei aussichtsreichen Situation noch von den Tentakeln der unzählbaren Verteidigerbeinen im Strafraum gestoppt werden. Trimmdich besaß dagegen eine Vielzahl von Konterchancen. Eine führte dann auch 5 Minuten vor Schluss zum vermeintlichen 5:3, aber wieder gab Schiri Capelli den Treffer nicht. Nun witterten die Trimmdicher die totale Verschwörung. 1 Minute vor Schluss dann doch noch ein reguläres Tor für Trimmdich: 5:3 – alles vorbei? Weit gefehlt! Eine Minute vor Schluss erzielte Tim mit sehenswerten Rechtsschuss nach Vorarbeit von Tommi den Anschlußtreffer. TE gab einfach nicht auf, aber es sollte letztlich nicht reichen. Trimmdich gewann mit 5:4 und zieht damit in’s Halbfinale ein. In einem emotionsgeladen und für die Zuschauer sehr spannenden und packenden Viertelfinale verpasste TE es, den Sack Ende der zweiten Halbzeit vorzeitig zu zu machen und schied nach hartem Kampf aus. TE hat Moral gezeigt und bis ans Ende alles gegeben und aufopferungsvoll gekämpft. Die Trimmdicher waren der erwartet spielstarke Gegner, der am Ende aufgrund seiner besseren Physis nicht unverdient als Sieger vom Platz ging.

Noch ein Wort zum Schiedsrichter: Schiri Capelli hatte das Spiel bis Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung sehr gut im Griff. Über die beiden nicht anerkannten Treffer lässt sich sicher streiten. Daher ist/war die Aufregung der Trimmdicher nachvollziehbar, dennoch sollte die Kritik auf und außerhalb des Platzes in vernünftiger Art und Weise stattfinden. Jeder Schiedsrichter – wie auch jeder Spieler – hat gute und schlechte Tage.

Positiv hervorzuheben – und dass soll hier auch nicht untergehen – ist, dass sich einer der Reservisten von Trimmdich nach dem Spiel zumindest für die Entgleisungen von außen gegenüber Spielern von TE entschuldigte und die Spieler beider Teams nach dem Spiel versöhnlich miteinander umgingen.

Im Grunde war das Spiel auch nicht unfair und beide Mannschaften hätten es eigentlich verdient gehabt, dass vielmehr die sportliche Leistung erwähnt wird, denn die war heute von beiden sehr sehenswert.