Torpedo Eisen – Sprit Connection (1:0)

Die Woche der Wahrheit hat für TE begonnen: zunächst traf TE in der 2. Runde des Pokalwettbewerbs – der aufgrund der starken Gegner (1. Runde: Geheimfavorit FK Trimmdich) aber eher der ab Sommer beginnenden Champions-Liga ähnelt – auf Sprit Connection. Am nächsten Freitag steht dann das vorentscheidende CL-Gruppenspiel gegen Rekordmeister Graskloppers an. Die Sprities waren heiß wie Frittenfett und wollten sich für die 2:5 Klatsche aus der Vorrunde revanchieren. Allerdings mussten sie auf ihren Mittelfeldstrategen Uni verzichten. Bei TE fehlten die Dauerverletzten Sini und Lutz, hinzu kamen die Absagen von Thomas und Sebi. Dagegen stand nach drei Spielen Abstinenz endlich wieder Stammlibero Stefan zur Verfügung. Als Spielstätte diente die Heimat der Sprities: der Ascheplatz auf der Kreuzgasse. Auch dass noch: Auswärtsspiel! Aber noch schlimmer: bei Außentemperaturen Ende April (!) um 19 Uhr von 26-28° hatten beide Mannschaften als dritten Gegner auch noch gegen die Hitze und vor allem den aufwirbelnden Staub zu kämpfen. Keine optimale Voraussetzung also für die „eiskalten“Torpedos.

Das Spiel begann jedoch gleich mit einem Paukenschlag: nach einem weiten Abschlag von Torhüter Markus verlängerte David mit der Hacke auf Tommi, der sich im Zweikampf mit seinem Gegenspieler durchsetzte und aus 12m aus halbrechter Position flach ins linke lange Eck einschoss. Allerdings schien der Ball nicht ganz unhaltbar. Sei`s drum: 1:0 und die so wichtige frühe Führung für TE. Dieses Tor gab Tommi auftrieb, der kurze Zeit später nach Flanke von Boris zum Rückzieher ansetzte und wenig später nach schöner Ecke von Björn nur knapp am Tor vorbei köpfte. Nach einer Viertelstunde zog sich TE zunehmend zurück. Geschickt und sehr spielstark im Abwehrbereich verteilte die Connection die Bälle aus der Tiefe. Allerdings fanden die oft gut durchdachten Angriffe zu wenig Abnehmer, da TE sehr kompakt im Mittelfeld stand. Des Weiteren waren die gefährlichen Stürmer der Sprities bei Kai und Marc in guten Händen und zumeist nur zweiter Sieger. Die beste Phase von Sprit war zwischen der 25. und 35. Minute. Zweimal musste der gute und konzentrierte Goalie Markus eingreifen, um einen Rückstand zu verhindern. Ansonsten aber stand die Abwehr um Libero Stefan sattelfest. Auch bei den in der Folgezeit zunehmenden Ecken der Connection konnte die Abwehr souverän klären. So blieb es zur Halbzeit bei der knappen Führung von TE.

Für die zweite Halbzeit hatte TE sich vorgenommen, weiterhin so kompakt im Mittelfeld zu stehen und zusätzlich für mehr Entlastung durch zielstrebigere Aktionen im Offensivbereich zu sorgen. Dies wurde auch sofort umgesetzt. In der 50. Minute setzte sich Sega über links auf Höhe der Mittellinie geschickt durch und passte in die Mitte auf Philip. Der nahm den Ball auf und zog an seinem Gegenspieler vorbei und marschierte allein auf den Torwart zu. Mit einem Reflex konnte der Keeper schließlich den Ball noch an den Pfosten lenken, so dass diese gute Chance auf einen frühzeitigen 2-Tore-Vorsprung vergeben wurde. Die Konterchancen von Torpedo häuften sich jetzt, die Sprities dagegen schienen sich an TE`s Defensivkunst die Zähne auszubeißen. Das lag vor allem daran, dass im Mittelfeld Gregor, Tim und Björn Schwerstarbeit verrichteten und die Kreativabteilung der Sprities vollkommen aus dem Spiel nahmen. Selbst die Einwechslung in der 2. Halbzeit ihres Kapitäns und BuLi-All-Star Spieler Benny „the left hammer“ konnte daran nichts ändern. Nach 60 Minuten eine weitere Großchance für TE: nach schönem Pass von Gregor aus der eigenen Hälfte täuschte Philip eine Ballannahme vor, ließ den Ball jedoch für den auf der rechte Seite durchgestarteten Chris durchlaufen. Dieser tankte sich bis zur Grundlinie durch und passte überlegt in den Rückraum, von wo aus der mitgelaufenen Philip aus 13m direkt abzog, aber sein Schuss strich einen halben Meter über die Latte. Danach ein kleiner Schock für TE: nach einem unglücklichen Zweikampf verletzte sich David ohne absichtliches Verschulden des Gegenspielers am Auge und musste kurzzeitig behandelt werden. Er konnte aber schließlich weiter spielen.

Auch Mitte der 2. Halbzeit änderte sich nicht viel am Spielgeschehen. TE stand sicher in der Abwehr, den Sprities fiel nach vorne nicht viel ein und die besseren Torchancen besaß TE. So auch in der 70. Minute, als sich der emsige Karl wunderbar von seinem Gegenspieler an der Strafraumgrenze löste, leider den Ball aber aus der Drehung nicht mehr voll traf. Die beste Chance, das Spiel vorzeitig zu entscheiden, besaß Tim: Nach einem feinen Doppelpass mit dem gut aufgelegten Charif stand er in halblinker Position frei vor dem Torwart, doch statt wieder auf den in der Mitte mitgelaufenen Charif zurück zu passen, schoss er selber – leider über das Tor. Da fehlte TE`s Jungspund noch etwas die Übersicht, aber ansonsten lieferte der „blonde Engel“ in seinem erst dritten Spiel für TE eine bärenstarke Partie. Zwar verpasste TE es, aus den 3-4 hochkarätigen Torchancen den Sack vorzeitig zu zu machen, jedoch reichte am Ende der knappe Vorsprung.

Mit einem aufgrund des starken Defensivverhalten und der mannschaftlichen Geschlossenheit verdienten 1:0-Sieg zieht TE nunmehr in das Achtelfinale. Bei solch einer starken Mannschaftsleistung sollte man eigentlich keinen besonders hervorheben, aber keiner wird widersprechen, wenn man die heutige Leistung der beiden Manndecker Kai und Marc als überragend bezeichnet. Sprit Connection war der spielerisch starke Gegner, dem allerdings heute zu wenig einfiel, um das Tor von TE ernsthaft in Gefahr zu bringen (Beleg dafür: Sprit hatte im zweiten Durchgang nur eine echte Torchance (Kopfball 1,5m am Pfosten vorbei)). Es war ein ausgesprochen faires Spiel, mit dem der sehr souveräne Schiri D. Winzen nie Probleme hatte. Hierbei sei auch mal erwähnt, dass die letzten 10 Spiele – bis auf eine Ausnahme – alle sehr fair waren und man wirklich das Gefühl hatte, dass bei aller Rivalität und Einsatz die Mannschaften sich mit dem nötigen gegenseitigen Respekt begegnen und der BuLi-Fairplay-Gedanken gewahrt ist. Zu diesem positiven Eindruck paßt auch, dass man nach dem Spiel noch mit Sprit Connection zusammen saß und das ein und andere Bier zusammen zischte. Der Gegner für das Achtelfinale steht zwar noch nicht fest, aber ein weiteres Kracherlos z. B. gegen Dreibeiner oder ein Derby gegen Dauerrivale Interfilos hätte schon seinen eigenen Reiz. Viel wichtiger ist aber das kommende, vorentscheidenen CL-Spiel gegen „Angstgegner“ Graskloppers, gegen die eine mindestens genauso konzentrierte und engagierte Leistung nötig sein wird, um die Chancen für das Erreichen des Viertelfinales zu wahren.